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Kindesmisshandlung und sexueller Missbrauch

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Kindesmisshandlung und sexueller Missbrauch

Beitrag von Admin am Fr Nov 26, 2010 9:57 am

Unter dem Begriff der körperlichen Misshandlung werden alle Formen körperlicher Gewalt gegen ein Kind gefasst, die zu körperlichen Verletzungen führen (können), z.B. Schlagen, Schütteln, Stoßen, Verbrennen, Würgen. Die Misshandlung wird mit Absicht bzw. unter Inkaufnahme der Verursachung ernsthafter körperlicher Verletzungen oder seelischer Schäden begangen.

Die seelische Misshandlung meint ein Verhalten aufseiten der Erwachsenen, das dem Kind gegenüber eine feindliche oder abweisende Haltung zum Ausdruck bringt. Das Kind wird abgelehnt, dauernd herabgesetzt, isoliert, terrorisiert, erniedrigt und gekränkt. Ihm wird das Gefühl gegeben, wertlos zu sein. Übertriebene unrealistische Erwartungen an ein Kind, die dauernde Überbehütung eines Mädchen oder Jungen sowie die Zeugenschaft von Gewalt zwischen den Eltern sind ebenfalls Formen seelischer Misshandlung. Da sie keine körperlich sichtbaren Spuren hinterlässt, ist die seelische Misshandlung von Kindern viel schwerer feststellbar. Jungen sind etwas häufiger als Mädchen Opfer von Misshandlungen.

Misshandlungen können sowohl spontan als auch geplant erfolgen. Sie sind in der Regel eine Steigerung von Strafen (z.B. die Ohrfeige, die Tracht Prügel), die erzieherisch gemeint sind oder zur Kontrolle kindlichen Verhaltens erteilt werden. Zwischen Strafen und Misshandlungen gibt es fließende Grenzen. Grundsätzlich bedeuten Körperstrafen eine Herabsetzung des Kindes und eine Verletzung seiner Würde. Dabei muss eine bewusste physische oder psychische Schädigung des Kindes nicht das Ziel der Handlungen sein. Hinzuzufügen ist, dass körperliche Strafen und körperliche Misshandlungen immer auch seelisch wirken. Und: Eltern, die ihre Kinder viel bestrafen, nutzen alle Möglichkeiten der Bestrafung, also sowohl körperliche als auch seelische.

Der Begriff der Vernachlässigung meint ein Unterlassen oder Nichtbeachten der kindlichen Bedürfnisse hinsichtlich Ernährung, Fürsorge, Pflege, Geborgenheit und Anregung aufseiten der Sorgeberechtigten. Dieses Unterlassen kann aufgrund unzureichenden Wissens oder absichtlich erfolgen. Die dadurch verursachte Unterversorgung des Kindes beeinträchtigt und schädigt seine Entwicklung. Im schlimmsten Fall kann der Tod des Kindes die Folge sein. Die Vernachlässigung von Kindern wird immer durch die sorgeverantwortlichen Personen verursacht.

Sexueller Missbrauch bzw. sexuelle Gewalt (beide Begriffe werden hier gleichermaßen verwendet) bedeutet, dass ein Erwachsener sexuelle Handlungen an einem Kind oder vor einem Kind vornimmt oder an sich vornehmen lässt, denen das Kind aufgrund seines Alters und seines Entwicklungsstandes nicht wissentlich zustimmen kann. Der Erwachsene nutzt seine Überlegenheit dazu aus, seine persönlichen Bedürfnisse nach Macht, Intimität oder Erregung zu befriedigen. Diese sexuelle Instrumentalisierung eines Mädchens oder Jungens wird oft mit Drohungen durchgesetzt und von einem Geheimhaltungsgebot begleitet. Der sexuelle Missbrauch ist ein geplantes und kein spontanes Geschehen. Täter sind hauptsächlich Männer, zu einem geringen Teil auch Frauen. Mädchen sind in höherem Ausmaß betroffen als Jungen.

Oft entsteht insbesondere durch die Darstellung spektakulärer Fälle in den Medien der Eindruck, der sexuelle Missbrauch durch Fremde sei der häufigste Fall. Zu betonen ist jedoch, dass der überwiegende Teil sexueller Gewalt innerhalb der Familie bzw. im sozialen Nahraum stattfindet, also dort, wo Mädchen und Jungen den Erwachsenen vertrauen und in höchstem Maße von ihnen abhängig sind.


Ursachen
Diese beschriebenen Formen von Gewalt gegen Kinder unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Ursachen, Problemlagen, Sypmtome, Reaktionen und Bewältigungsstrategien und weisen doch gleichzeitig Gemeinsamkeiten auf. Auch können sie zusammen auftreten.

Gewalthandlungen gegen Kinder entstehen durch ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Faktoren auf unterschiedlichen Ebenen, die sich für Mädchen und Jungen unterschiedlich manifestieren können:

* gesellschaftliche und staatliche Gewalt, u.a. gesellschaftliche Einstellung gegenüber Kindern, Geschlechterrollen, generelle Haltung gegenüber Gewalt als Konfliktlösungsmuster (verstärkt durch Medien), soziale und ökonomische Ungleichheit und Ausgrenzung;
* familienspezifische Aspekte bzw. aktuelle Familiensituation,
* Aspekte in der Persönlichkeit und Lebenssituation des Kindes, Aspekte in der Persönlichkeit und Lebenssituation der Sorgeberechtigten sowie Aspekte in den jeweiligen Biographien.

Die Familie erscheint besonders anfällig für die unterschiedlichen Formen von Gewalt gegen Mädchen und Jungen aufgrund ihrer Struktur von Macht- und Abhängigkeitsverhältnissen und ihrer privaten und intimen Atmosphäre. Die gefühlsbetonten Beziehungen innerhalb der Familie, die unterschiedlichen Interessen der einzelnen Familienmitglieder, der Generationenkonflikt, die geschlechtsspezifische Rollenverteilung sind Charakteristika des alltäglichen Familienlebens, zwischen denen immer wieder auf's Neue eine Balance hergestellt werden muss. Es gibt in der Familie wenig allgemein anerkannte und anwendbare Maßstäbe und Orientierungsmuster für die Grenzen bei der Beachtung der körperlichen Integrität oder der in Erziehungsabsicht eingesetzten Mittel. Aktuelle Lebenskrisen wie finanzielle Sorgen, Arbeitsplatzverlust, beengte Wohnverhältnisse, Verlust des Partners/der Partnerin engen darüber hinaus Handlungsspielräume bzw. die Aushandlungsfähigkeiten ein. Überforderung und das Gefühl eigenen Versagens können beispielsweise Misshandlungen veranlassen.

Da sich die Gewalt gegen Kinder zumeist im Intimbereich der Familie abspielt, liegt das tatsächliche Ausmaß im Dunklen. Ein erhöhtes Risiko, Opfer sexueller Gewalt zu werden, tragen Mädchen und Jungen, die zu Gehorsam und Anpassung erzogen werden oder deren Bedürfnisse nach Nähe und Geborgenheit nicht ausreichend befriedigt werden.


Das Recht auf gewaltfreie Erziehung
Die Bewertung von Gewalt und Misshandlung ist abhängig von der jeweils gesellschaftlichen und kulturellen Entwicklung. So ist in unserer Gesellschaft festzustellen, dass sich die Einstellung zum Einsatz von gewaltförmigen Mitteln in der Erziehung gewandelt hat. Die überwiegende Mehrheit von Erwachsenen lehnt Gewalt in der Erziehung ab. Untersuchungen zeigen jedoch, dass zwischen der moralischen Einstellung und dem tatsächlichen Verhalten im Erziehungsalltag eine große Diskrepanz besteht (vgl. Info NR. 12 des SFB 227 der Uni Bielefeld, Teilprojekt: Familiale Gewalt gegen Kinder und die Ambivalenz des Rechts.).

Eine Befragung des Kriminalistischen Forschungsinstituts Niedersachsen 1997 bei Schüler/innen ergab, dass gute 10% Misshandlungen (Zusammenschlagen, Faustschläge ins Gesicht) bis zu ihrem 12. Lebensjahr erfahren hatten und weitere gute 15% Opfer häufiger oder schwerer Züchtigungen waren (Ohrfeigen, Schlagen mit Gegenständen).

Wichtig ist in diesem Zusammenhang die Novellierung des § 1631 Abs. 2 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB), des sog. Züchtigungsparagraphen. Seit November 2000 gilt: "Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Erziehungmaßnahmen sind unzulässig". Mit diesem Kinderrecht ist nun ein deutliches Leitbild für die Erziehung formuliert worden. Gewalt als Mittel der Erziehung ist nicht zu rechtfertigen, sondern verletzt die Würde des Kindes. Somit soll dieses Gesetz Klarheit bei der Einschätzung dessen, was in der Kindererziehung zu tolerieren ist, schaffen und die Grauzonen von "noch erlaubt" bis "nicht mehr hinnehmbar" aufheben. Die Misshandlung von Kindern und der sexuelle Missbrauch von Jungen und Mädchen erfüllen darüber hinaus Straftatsbestände.


Folgen für die Kinder
Gewalt gegen Kinder, sei es in Form von körperlicher und seelischer Misshandlung, in Form von Vernachlässigung sowie in Form sexuellen Missbrauchs, hat immer Auswirkungen für die Kinder. Welche das sein können, hängt sehr vom Einzelfall ab. Bedeutsam sind die Beziehung zum und die Abhängigkeit vom schädigenden Erwachsenen, die Dauer und Intensität der Gewalterfahrungen sowie die Konstitution des Mädchens oder Jungens und die Situation des sozialen Umfeldes bzw. der Familie. Allen Formen der Gewalt der Kinder innerhalb der Familie ist jedoch gemeinsam, dass die Kinder von den Menschen geschädigt werden, denen sie vertrauen, die sie lieben, von denen sie im höchsten Maße existenziell abhängig sind. Sie erfahren die Gewalt dort, wo sie eigentlich Geborgenheit finden sollten: in ihrem eigenen Zuhause.

Die Mädchen und Jungen fühlen sich schuldig, sie schämen sich für das Geschehen. Der Geheimhaltungsdruck ist eine ständige Belastung. Durch Drohungen sind sie eingeschüchtert; sie haben Angst und leben in der ständigen Unsicherheit, wann es wieder passiert. Die von Gewalt in der Familie betroffenen Mädchen und Jungen wollen die Familie zusammenhalten und in der Regel die familiären Beziehungen aufrecht erhalten. Sie möchten jedoch die Gewalt beenden. Somit übernehmen sie eine hohe Verantwortung, obwohl die Verantwortung für das Gewaltgeschehen immer bei den schädigenden Erwachsenen liegt.

Aufgrund dieser ambivalenten Gefühle und Einschätzungen trauen sich Mädchen und Jungen oft nicht, jemandem von diesen Erlebnissen zu erzählen und sich Hilfe zu suchen. Oft senden sie jedoch mit ihrem Verhalten Signale. So ist es möglich, dass sich ohne erkennbaren Grund das gewohnte Verhalten des Mädchens oder Jungens ändert. Ängstlichkeit, Leistungsabfall, Rückzugstendenzen, Konzentrationsschwäche, Stimmungsschwankungen, Ruhelosigkeit und Nervosität, Vermeidungsverhalten, sexualisiertes Verhalten oder eigene Gewalttätigkeit können solche möglichen Signale sein. Da es nicht die Verhaltensreaktionen gibt, die auf einen Missbrauch oder eine Misshandlung hindeuten, müssen aber immer auch alternative Ursachen bzw. Erklärungen für das veränderte Verhalten gesucht und geprüft werden.


Hilfen
Wie Sie betroffenen Kindern helfen können und welche Unterstützungsangebote es gibt, wird in dem Kapitel "Hilfe bei Kindesmisshandlung und sexuellem Missbrauch" beschrieben.

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